DER MEISTERBÄCKER
VON NÜRNBERG
Eine komödiantisch-wagnerianischer Ausflug in die Backstube
von und mit MARTIN RASSAU
(frei nach „Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner)
Musikalisch durchgeknetet und glasiert von Jo Barnikel und Norbert Nagel
„Brot! Brot! Überall Brot!“
Wagners Wahn und Nürnbergs Wahnsinn!
Endlich gibt es einmal die Chance die Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ richtig zu verstehen und dabei noch kräftig abzulachen. Martin Rassau hat sich das Sujet vorgenommen und erzählt nun die ganze Geschichte ganz volksnah aus der Sicht des genervten Nachbarn: Fritz Kothner, der Bäcker und Meistersingerkollege. Natürlich im breiten fränkischen Dialekt, frech, gnadenlos ehrlich und hinterfotzig.
Eine Oper über Regeln, Rebellion und Romantik – und ein Bäcker, der sich fragt, warum niemand einfach mal leise liebt. Willkommen bei den Meistersängern – wo jeder singt, aber keiner zuhört. Bei all der großen Opernkunst darf man dabei nie die Worte von Friz Kothner vergessen: „Backen ist aus Teig geformte Liebe“. Diese erzählte Oper enthält Gesang, Liebe, Streit, Regeln, Regelverstöße, Regel-interpretationen und mindestens einen Schuh. Brezen sind im Foyer erhältlich – solange Beckmesser sie nicht vorher kritisiert hat.
Die Musik
Musikalisch wetteifern dazu zwei großartige Musiker mit überregionaler Bedeutung: Jo Barnikel und Norbert Nagel, die ihre ganze Bandbreite ihrer Musikalität über dieses Opernwerk wie eine Tortenverzierung streuen werden, Nürnberg im Ausnahmezustand: Die Meistersinger treffen sich zum Wettstreit, die Liebe liegt in der Luft – und mittendrin steht einer, der eigentlich nur seine Ruhe will: Fritz Kothner, Bäckermeister, Nachbar und passionierter Augenroller.
Während Hans Sachs, der philosophierende Schuhmacher, seine Sohlen mit Sonetten besohlt und nebenbei als Liebesberater auftritt, versucht Walther von Stolzing, ein adliger Opernpraktikant, sich durch den Sängerwettbewerb zu schummeln – ohne Notenkenntnis, aber mit viel Haarvolumen.
Eva Pogner, Tochter vom Goldschmied, soll den Sieger heiraten. Romantisch? Vielleicht. Praktisch? Fraglich. Denn der Sängerwettstreit ist streng geregelt – und wer wacht darüber? Natürlich der heimliche Beobachter: Bäcker Kothner, der lieber Teig als Tenöre knetet.
Beckmesser, der Stadtschreiber mit musikalischem Minderwertigkeitskomplex, zählt Fehler wie ein Finanzbeamter beim Kassensturz. Sein Gesang klingt, als hätte jemand einen Ziegenbock in ein Notenheft gesperrt. Und während sich die Herren um Kunst, Ehre und Eva streiten, steht Kothner am Rand seines Backofens und denkt sich:
„Wenn das so weitergeht, back ich dem nächsten Tenor eine Breze mit eingebautem Taktgefühl. Aber Tenöre essen keine Breze, weil sie den Knoten nicht aufbekommen!























