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    Bühnen-Star Lisa Fitz im Interview:

    "Das Kabarett muss sein
    freches Maul behalten!"

    Sie gehört seit Jahrzehnten zur Kabarett-Elite Deutschlands, sie ist eine starke Persönlichkeit, sie hat viele Höhen erlebt, aber auch Tiefen gemeistert. Und Lisa Fitz hat viel zu sagen! In ihren Programmen, aber auch sonst. Sie schweigt nicht, sondern Lisa sagt furchtlos ihre Meinung. Auch jenen, die diese Meinung nicht hören wollen. Wie zum Beispiel so manche ehemaligen und aktuellen Polit-Größen. Auch im exklusiven Comödien-Interview zieht Lisa Fitz nicht zurück, sondern sagt, was sie denkt und bewegt. So, wie sie es als "Dauerbrenner" am 07. November 2021 (16.00 Uhr) auch in unserem Kult-Theater tun wird. TICKETS HIER

    Hallo Frau Fitz, das Wichtigste nach mehr als eineinhalb Jahren Pandemie zuerst: Wie geht’s Ihnen, seelisch und gesundheitlich?
    Danke für die Nachfrage. Ich erfreue mich bester Gesundheit – ich schau aber auch drauf. Durch Zuckerreduktion habe ich drei Kilo abgenommen, das ist sehr zu empfehlen. Seelisch geht‘s mal so, mal so. Man könnte ja auch echt verrückt werden. Ich habe mich aber in dieser Zeit zur Stoikerin entwickelt, auch mithilfe von Yoga.

    Sie haben schon sehr früh gewohnt klare Worte über den Regel-Wirrwarr der Politik gefunden. Wie fällt Ihr Fazit nun, im Herbst 2021, aus?
    Noch schlimmer. Ich rate dringend davon ab, diese „Volksvertreter“ zu wählen. Ich möchte ihnen unsere Zukunft und die unseres Landes nicht mehr überlassen.

    Wem dann?
    Uns, den Bürgern. Wie in der Schweiz: Bei wichtigen Fragen werden dort Volksentscheide gemacht. Mein Vertrauen in kluge Strategien der Politiker ist seit Corona perdu. Sie haben keinen Plan, keinen Weitblick, wenig Mitgefühl und sind zum Teil korrupt, siehe die Maskenskandale. Sie erhöhen sich dafür aber automatisch jährlich ihre Diäten, diskreditieren Andersdenkende, werden zum Teil von den Medien darin unterstützt – und es scheint, als zählt nur der eigene Machterhalt. Fazit: „Avanti Dilettanti“!

    Viele Ihrer Kolleginnen und Kollegen, die nicht so etabliert sind wie Sie, stehen nach langer Zwangspause wirtschaftlich vor großen Problemen. Wie wütend macht Sie das?
    Sehr natürlich. Die Politik lässt gnadenlos ganze Wirtschaftszeige crashen. Künstler, hunderttausende Mitarbeiter der Veranstaltungsbranche oder Gastronomen stehen vor dem Ruin, der Mittelstand bricht weg. Und die Politiker gehen ungeniert in die Sommerpause, während Flutopfer im Schlamm leben müssen. Dafür sagt Jens Spahn, ab Frühjahr 2022 könne es dann besser werden. Meinen Kommentar zu dieser Aussage können Sie hier nicht abdrucken…

    Was halten Sie davon, dass möglicherweise nur noch Geimpfte und Genesene in Ihre Vorstellungen dürfen?
    Geimpfte und Genesene sind mir herzlich Willkommen, Sie müssten lediglich die Worte „nur“ und „noch“ streichen, dann passt´s. Oder wie ein sehr bekannter Kollege sagt: „Veranstaltungen im Herbst könnten normal möglich sein, letztlich sogar ohne Tests, da ja von ungeimpften Leuten keine Gefahr für Leute mit Impfung ausgeht – und und Leute, die nicht geimpft sind, sich des Risikos bewusst sind und selbständig entsprechend handeln werden und sich schützen. Oder…? Dieser Auffassung wird sich unser Herr Ministerpräsident freilich kaum anschließen… Übrigens: Ein Schweizer Kollege tritt aus Protest nicht mehr auf, bis nicht alle Zuschauer wieder Zutritt haben.

    Glauben Sie, dass die Kultur nun endlich neu durchstarten wird oder bleibt die Verunsicherung bei den Menschen bestehen?
    Die Verunsicherung bei den Menschen bleibt erst mal bestehen, und die Veranstaltungsbranche ist im Prinzip tot. Noch – aber: Totgesagte leben länger. Das Kabarett ist schon zigmal totgesagt worden. Darum bleibe ich trotz allem guter Hoffnung.

    Sie wurden schon mehrfach angefeindet für das, was Kabarettisten seit jeher machen sollten: Gesellschaftskritik üben. Wie gehen Sie damit um?
    Wir Kabarettisten wurden immer angegriffen, egal von welcher Seite, das muss so sein. Dem Dieter Hildebrandt hat mal einer geschrieben: „Ihnen sollte man Ihr freches Maul zunähen!“ Aber der Kabarettist muss sein freches Maul behalten, sonst ist er ein Aal, ein stromlinienförmiger, glatter, schleimiger Aal. Außerdem: Wer einen Shitstorm lostritt, muss mit einem Fitzstorm rechnen. Mittlerweile juckt mich das überhaupt nicht mehr. Die Zeit gibt mir dann eh meistens recht. Und dann fallen sie alle der Reihe nach um und sind wieder sehr freundlich, weil sie merken, sie waren im Unrecht.

    Sie kommen mit dem Jubiläums-Programm „Dauerbrenner“ in die Comödie. Welches Jubiläum feiern Sie am meisten: rund 40 Jahre auf der Bühne, mehr als 4500 Live-Auftritte, 16 Bühnenprogramme oder 200 selbstgeschriebene Songs?
    Alles zusammen natürlich. Und das ist ein tolles Gefühl, wenn man sich, auf die Lebensleistung zurückblickend, entspannt zurücklehnen kann und sagen: Das hab‘ ich alles geschafft. Die Pflicht ist getan, jetzt kommt die Kür.

    Man mag’s kaum glauben, aber heuer feiern Sie 70. Irgendwelche Wünsche?
    Ja, unglaublich, aber wahr. Ich glaub’s ja selber nicht. Ich denke immer, das muss eine andere sein. Eine entfernte Verwandte, von der man sagt: „Na sowas, das kann doch gar nicht sein.“ Ich bin fit, munter, voller Energie und auftrittslustig. Wünsche? Ich bin eigentlich wunschlos glücklich. Nur die Kulturszene sollte wieder boomen dürfen.
    Vermutlich brauchen wir dazu eine neue Garnitur Politiker – mutiger, jünger im Geiste, unabhängiger von internationalen Bevormundungsversuchen, uneitler – solche, die sich wirklich als Vertreter des Volkes verstehen. Aber ob’s die überhaupt gibt…? Interview: Comödie / A.H.