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    Wolfgang Krebs ist: Bayerischer Landesvater, Minister, Schnulzensänger u.v.m. 

    "Perücke auf, und ich bin ein anderer Mensch"

    „Ganz große Bühnenkunst“, so urteilte sachlich richtig die „Süddeutsche Zeitung“. Und die SZ begründete ihren Lobgesang über den Kabarettisten Wolfgang Krebs wie folgt: „Wie viel Talent, Arbeit und Können in seiner Show steckt, ist kaum zu ermessen.“
    Ein Ritterschlag der höchst anerkannten SZ-Kultur-Redaktion. Dieser liegt zwar drei Jahre zurück, hat aber nach wie und vor seine Berechtigung. Krebs ist (auf der Bühne) eine multiple Persönlichkeit. In seinen Programmen sind teils bis zu neun Personen so „lebensecht“ zu erleben, was allein schon ein psychischer und mit den permanenten Verkleidungsaktionen ein physischer Kraftakt ist. Von das Publikum jedoch rein gar nichts bemerkt.
    Der 54-Jährige steckt das nach außen locker weg, und die Besucher kommen aus dem Lachen kaum mehr raus. Ganz egal, ob Krebs den bayerischen Ex-Landesvater Edmund Stoiber „transrapidieren“ lässt, mit dem aktuellen Bayern-Chef Markus Söder tiefgründig philosophiert, den Allgäuer Schnulzensänger Meggy Montana trällern lässt, oder ab und zu den König Ludwig wieder zum Leben erweckt.
    Wolfgang Krebs ist sowieso ein echter Allrounder. Denn nicht nur auf der Kabarett-Bühne steht er seine Männer, auch im TV. Sei es als Pfarrer Hölleisen in der BR-Serie „Watzmann ermittelt“, bei seinem Freund Django in „Asül für alle“, oder in der Sendung „quer“, und Krebs ist täglich dazu noch im Radio auf Bayern 1 präsent. Für ihn gibt es also genug zu tun, und Wolfgang Krebs packt es immer mit Begeisterung an. Natürlich auch bei seinem Auftritt im Fürther Sportpark Ronhof (26. Juli) und beim Volkacher Kabarett-Sommer (08. August).

    Mitte Juli wäre Wolfgang Krebs mit „Geh zu, bleib da!“ zu Gast in der Comödie Fürth gewesen. Jedoch, es herrschen weiter schwere Corona-Zeiten. Statt auf Brettern stehen Sie jetzt „nur“ auf dem Heiligen Rasen im Fürther Sportpark, und beehren anschließend auch den Volkacher Kabarett-Sommer...
    Wolfgang Krebs: Darauf freue ich mich sehr. Denn ich habe bisher immer nur Rasen gemäht, aber noch nie darauf gespielt. Es ist eine große Ehre, diesen geschichtsträchtigen Rasen der Fürther betreten zu dürfen. Im Nachhinein werden wir uns an diese schönen Erlebnisse in dieser Zeit erinnern.

    Das Nachfolge-Programm ist bereits geschrieben und soll, so Ihre derzeitige Planung, ab Herbst auf die Bühnen der Republik – haben Sie Hoffnung, diesen Termin halten zu können?
    Ich bin ein Optimist. Vielleicht ist bis Herbst die Situation eine Bessere. Ich gehe davon aus, dass die Termine im Herbst alle stattfinden können.

    In diesem neuen Programm stellen Sie die gewagte These auf: ALLE kommen in den Himmel – wirklich alle?
    Es ist eher ein Spiel, die an einen berühmten Münchner im Himmel erinnern könnte, oder den Brandner Kasper. Jedenfalls wird es leicht und fröhlich und lustig, wie immer bei mir. Lachen ist gesund und damit die beste Medizin.

    Ohne allzu viel zu verraten: Eine zentrale Rolle im neuen Programm nimmt Bayern-König Ludwig ein – wie kam es zu diesem Geistesblitz, den „Kini“ dafür wiederzubeleben?
    Der König Ludwig spielt ja bereits im aktuellen Programm „Geh zu bleib da!“ eine kleine Rolle, die kam gut an, und da war es naheliegend, ihn zum Verwalter im Bayerischen Himmel zu machen.

    Die Protagonisten heißen weiterhin Stoiber, Seehofer, Söder, Aiwanger, dazu auch mal Beckstein oder Merkel – behalten Sie dabei immer den Überblick, wer gerade was zu welchem Thema zu sagen hat?
    Dazu kommen noch der Schlagersänger Meggy Montana und der Ortsvorsitzende Schorsch Scheberl, beides Kunstfiguren. Ich wundere mich selbst oft, es ist manchmal verrückt, ich habe eine Perücke auf, und bin ein anderer Mensch. Und wenn ich die Perücke wechsle, bin ich wieder ein Anderer. Wahrscheinlich ein Fall für einen Psychiater.

    Es kam bei keinem Auftritt zu „Verwechslungen“, alles läuft immer glatt?
    Bei meinen Auftritten habe ich bisher immer alle sehr gut auseinanderhalten können. Ich möchte scherzhaft hinzufügen: NACH meinen Auftritten gelingt mir das eher weniger zu wissen, wer ich jetzt grad bin.

    Welche der genannten Persönlichkeiten, die Sie teils seit vielen Jahren imitieren und parodieren, ist Ihnen am meisten ans Herz gewachsen, wer ist ihr Favorit, der immer für einen deftigen Lacher beim Publikum sorgt?
    Mein Favorit ist nach wie vor Edmund Stoiber. Gefolgt von Hubert Aiwanger. Vor ihm habe ich sehr viel Respekt, weil er es schafft, sich in so einer übermächtigen CSU dominierten Regierung trotzdem immer wieder Gehör zu verschaffen.

    Jede Menge Bühnen-Auftritte, TV mit Django Asül und in der BR-Sendung „quer“, stets am eigenen Programm feilen, ein neues Programm entwickeln – wird‘s nicht ab und an zuviel mit Kabarett und Humor?
    Es kommt ja auch noch jeden Tag Bayern 1 dazu. Ich war auch während der langen Zeit der Entbehrungen gut beschäftigt. Das liegt vielleicht an meinem klugen Management, aber auch daran, dass ich sehr fleißig bin und vielseitig aufgestellt. Ich bin gelernter Kaufmann und gerade in diese heutige Zeit mehr Humor zu tragen, das ist meine Berufung und meine Leidenschaft. Das wird nie zu viel, im Gegenteil. Wir müssen diese schlechten Nachrichten auch mal aus unserem Kopf vertreiben mit Leichtigkeit, Hoffnung und Humor.

    Es gibt Pläne, wie Sie letztes Jahr dem Straubinger Tagblatt verraten haben, die Schauspielerei auszubauen.
    Ich spiele seit einiger Zeit auch in Fernsehfilmen mit, um meine schauspielerischen Qualitäten unter Beweis zu stellen. Ich war auch diesen Sommer nun im dritten Jahr als „Pfarrer Hölleisen“ bei Dreharbeiten zu „Watzmann ermittelt“ einer ARD Vorabendserie. Das ist eine sehr schöne Abwechslung. Ich denke, dass ich so eine Arbeit noch sehr lange machen kann, das ist quasi schon die Vorbereitung aufs Alter.

    Wolfgang Krebs bleibt uns aber bitte noch einige Zeit als Kabarettist, Parodist und Spiegelbild unserer bayerischen Polit-Prominenz erhalten?
    Solange mich das Publikum und meine Fans sehen möchten, und solange es Veranstalter gibt, die mich buchen, solange werde ich live mit einem Soloprogramm auf der Bühne stehen.

    Kleines Foto (©Agentur Chr. Kemme): "Nackt", ungeschminkt und ohne fremde Haarpracht - Kabarettist Wolfgang Krebs ist auch ohne Verkleidung stets ein fröhlicher Mensch, der mit Humor und Optimismus durch die Welt geht.