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  • Sebastian Reich 06 2021 VERschoben Web

    DJANGO ASÜL - Plauderei Teil 2: Über den FC Bayern, Wertschätzungen, Vorbilder und seinen Heimatort

    "Ich ein Promi? In Hengersberg würden alle laut lachen!"

    Wie schon in Teil eins unserer Plauderei mit Django Asül: Corona hat die Welt weiter fest im Griff, dass Kultur- und Spaß-Geschäft ist immer noch sehr eingeschränkt - jedoch hat der Kabarett-Star immer was zu tun. Was Django aber keineswegs davon abgehalten hat, sich Zeit für die COMÖDIE FÜRTH zu nehmen.

    Und was für seine Programme und sowieso für alle Auftritte gilt: Auch bei unserem Interview zeigte sich der beliebte Künstler bestens vorbereitet, motiviert und guter Laune. Hier jetzt Teil zwei der Plauderstunde, Django Asül über seine Zuneigung zum FC Bayern München, seinen Einstieg ins Kabarett-Business, künstlerische Vorbilder, über Wertschätzungen für sein Wirken und seinen Status im Heimatort Hengersberg. Übrigens gibt's in der Comödie Fürth wieder Django live im nächsten Jahr - im "Offenen Visier" ist der Termin-"Hattrick" für den 19., 20. und 21. März.

    Thema Fußball: Sie als absolut überzeugter FC Bayern-Fan – wie groß ist die Freude darüber, dass München mit Dortmunder Hilfe, aber ohne Zuschauer-Unterstützung die achte Meisterschaft in Folge geholt hat?
    Was heißt da mit Dortmunder Hilfe? Lewandowski ist ja nicht erst in der Winterpause nach München gekommen. Aber den Spielern gebührt wirklich Lob. Sie haben auf Teile des Gehalts und auf Zuschauer verzichtet und trotzdem so ziemlich alles gewonnen. Denen ging es tatsächlich um Fußball. So was muss man einfach beglückwünschen. Nur so als Vergleich: ich weiß keinen Kabarettisten, der ohne Zuschauer aufgetreten ist. Da können wir uns von Neuer, Müller & Co eine Scheibe abschneiden.

    Wer ist eigentlich verantwortlich, dass Django Asül ein derart eingefleischter, unbeirrbarer FCB-Anhänger geworden ist? Und kein Sechziger, oder gar ein Clubberer oder ein Kleeblatt-Fan?
    Als ich zum Fußball kam, waren alle meine Freunde Fans von Karl-Heinz Rummenigge. Aber ich fand die Art und Weise, wie Paul Breitner auf dem Feld agierte, wesentlich präsenter. Außerdem spielte mit Klaus Augenthaler quasi jemand aus meiner niederbayerischen Nachbarschaft beim FC Bayern. Damit war es um mich geschehen. Aber aus der bayerischen Solidarität heraus muss ich schon noch erwähnen: Ich habe sowohl den Glubb als auch die Kleeblättler schon mehrmals live in deren Stadien gesehen. Und was die Fürther besonders freuen wird: ich habe letztes Jahr den Derbysieg der Fürther im Nürnberger Stadion verfolgen dürfen.

    Bei soviel Liebe zu diesem Verein - schon mal über einen Einstieg beim Abo-Meister nachgedacht? Asül for FCB-Präsident?
    Mit Herbert Hainer ist jetzt ein gestandener Niederbayer Präsident. Und so wie ich den Herbert kenne, macht er den Job noch zwanzig Jahre. Von daher muss man sich um die Zukunft der Bayern keine Sorgen machen.

    Stimmt die Überlieferung, dass der Besuch einer Kabarett-Vorstellung von Matthias Beltz († 2002, die Red.) der Auslöser für Ihren Einsteig 1997 ins Bühnen-Geschäft war?
    Das stimmt. Wobei das bereits im Herbst 1994 der Fall war. Drum hatte ich ab Herbst 1995 die allerersten Live-Versuche auf der Bühne. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich nur ein Vierteljahrhundert später schon im Fürther Sportpark und in Volkach auftreten darf, hätte ich denjenigen für verrückt erklärt.

    Hat Django Asül sonst irgendwelche Vorbilder in der Szene, oder eventuell in anderen Branchen gefunden?
    Vorbilder nicht direkt. Aber es gibt natürlich vor allem unter den bayerischen Kollegen eine unheimliche Vielfalt von Gerhart Polt über Bruno Jonas bis zu Monika Gruber und Willy Astor. Es macht mir durchaus Freude, Teil einer so variantenreichen Szenerie zu sein. Zumal ich damals in den 80ern schon gerne Kabarett im TV angeschaut habe. Auch wenn ich damals nicht alle politischen Zusammenhänge kapiert habe.

    Über zwei Jahrzehnte auf der Kabarett-Bühne – als noch "U 50" könnten es durchaus weitere 20 Jahre und mehr werden...
    Darüber mache ich mir nie Gedanken. Wir haben ja dank Corona gesehen, wie schnell es zu einem faktischen Arbeitsverbot kommen kann. Und wie die Lage im Herbst ist, weiß auch noch keiner. Da agiert die Staatsregierung vernünftigerweise auf Sicht. Ansonsten gilt: Mir macht die Arbeit Spaß. Wenn die Gesundheit mitspielt und die Zuschauer mich auch in Zukunft so zahlreich sehen wollen wie in den letzten zwanzig Jahren, soll es an mir nicht scheitern.

    Als Kolumnist u.a. für den „kicker“ klappt es ja prima. Keine Ambitionen, mit diesem Schreibtalent in den schriftstellerischen Bereich zu wechseln? Einen Polit-Thriller oder zumindest die Asül-Biografie auf den Markt zu werfen?
    Nein, dafür gefällt es mir auf der Bühne zu gut. Belletristik langweilt mich sowieso. Und Biographien brauche ich auch nicht. Vor allem wäre diese Biographie auch furchtbar langweilig, weil ich abseits meiner Arbeit eigentlich einfach nur gemütlich dahinlebe.

    2018 gab‘s den Bayerischen Verdienstorden, 2019 den Kulturpreis Bayern, dazu noch unzählige Kabarett-Preise – sind Sie stolz auf diese Wertschätzungen?
    Stolz ist in dem Fall das falsche Wort. Es ist eher eine infantile Freude, dass mein Schaffen auf der Bühne und im TV sowie auch diverse karitative Sachen, die ich seit Jahren gerne unterstütze, durch den Verdienstorden gewürdigt werden. Dazu noch der Kulturpreis des Freistaats letztes Jahr – es hätte schlechter laufen können. Und solche Auszeichnungen sind eine schöne Motivation, mich auch in Zukunft kreativ einzubringen.

    Ihr Wohnort Markt Hengersberg ist mit 7704 Einwohnern sehr überschaubar. Gibt es da für den „Promi“ Django Asül noch sowas wie Privatsphäre? Oder heißt es dort: Everybody‘s Django?
    Ich bin seit Geburt in Hengersberg. Lediglich das Krankenhaus stand in Deggendorf. Und damit ist auch schon der Rest der Frage geklärt: Ich turne seit dem Vorschulalter bei uns im Ort herum. Wenn man da die Leute fragen würde, ob ich ein Promi bin, würden die eher laut loslachen als es zu bejahen. Die Hengersberger freuen sich über all das, was ich fabriziere. Aber der Umgang miteinander hat sich seit Mitte der 70er nicht groß verändert. Und genau das macht ja Heimat auch aus.
    (Foto oben: J. Haslinger / Foto unten: BR, TV-Szene aus "Asül für alle" / Int.: Comödie, M.R.)