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    „Nicht Paul zu sein
    ist anstrengender“

    Exklusives Interview mit Comedy-Star Paul Panzer

    Er füllt problemlos die größten Hallen der Republik, ist im Fernsehen bei RTL ein Dauergast, hat mit Mario Barth auch schon eine Komödie („Männersache“) auf die Leinwand gebracht, in der er neben Barth die Hauptrolle übernahm. Ganz klar, dass kaum noch jemand diesen Mann nicht kennt: Paul Panzer (50), der 1972 mit dem bürgerlichen Namen Dieter Tappert in Düren auf die Welt kam, einst eine Lehre als Schweißer absolvierte, sich dann für das Studieren von Musik und Medienpädagogik entschied – aber letztlich doch einen völlig anderen Weg einschlug.

    Paul Panzer landete als Komiker beim Radio, wurde durch seine Scherz-Anrufe bei völlig unbedarften Menschen, bei denen er die totale Verwirrung auslöste, schnell bekannt und gefragt. Der Grundstein für einen rasanten Karriere-Anstieg war gelegt, ab 2005 trat Panzer immer öfter als Stand up-Comedian live vor sein Publikum. „Die Bühne ist und war immer meine große Liebe, irgendwann dringt so etwas in der Persönlichkeit nach außen, früher oder später“, erklärte Paul Panzer in einem früheren Interview mit der online-Plattform DER WESTEN.

    Gefragter Comedy-Star: Paul Panzer präsentiert sein Programm "Midlife Crisis".

    Wie gesagt: Die Fans lieben ihn, trotz – oder gerade wegen – seines kleinen, liebenswerten Sprachfehlers. Sein unvergleichlicher Humor kommt überall so gut an, dass Paul sich 2015 den verdienten Preis als „Bester Live-Act“ abholte für sein Programm „Alles auf Anfang“. Corona hat Panzer wie alle anderen Künstler ausgebremst, aber sobald es möglich ist, geht er weiter auf große Tour mit seinem Programm „Midlife Crisis“, für das Panzer – wie auch für alle anderen Programme zuvor – sämtliche Gags selbst geschrieben hat.
    Und sicher wieder mit ihm zusammen unterwegs: Seine Ehefrau Hilde und die beiden Kinder, Tochter Susaska und Sohn Bolle.
    Präsentiert von der COMÖDIE FÜRTH gastiert Paul Panzer am 25. Februar 2022 in der Nürnberger Meistersingerhalle.

    Sie sind Jahrgang 1972. Kommt die Midlife Crisis normalerweise nicht etwas später, so mit Mitte 50, in Form einer halb so alten Freundin und roten Chino-Hosen?
    Bei dem einen früher bei dem einen später ... und da „Paul“ seiner Zeit ja immer ein paar Jahre voraus ist, gilt das leider auch hier (lacht).

    Wie äußert sich denn die Midlife Crisis bei Paul?
    Es beginnt ja ganz harmlos, die Kinder werden flügge und plötzlich hat man wieder mehr Zeit für sich, mehr Zeit über das Leben nachzudenken, mehr Zeit Dinge zu tun, von denen man besser die Finger lassen würde. Aber wie heißt es so schön: Wenn der Kuh langweilig ist, geht sie aufs Eis!

    Für Ihr Programm haben Sie auch Ihr berühmtes Blümchenhemd gegen gedeckte Farben getauscht. Ist es normalerweise nicht andersrum: je älter, desto bunter?
    Auch hier ist Paul eben einmal mehr Trendsetter (schmunzelt). Es ist ja das Blümchenhemd geblieben, nur eben in schwarzweiß. Man könnte auch sagen, der Lack ist ab!

    Sie haben mal gesagt, ein schwermütiger Mensch zu sein. Kann Comedy als eine Art Therapie helfen?
    Auf jeden Fall, denn wenn ich da auf der Bühne stehe und die Leute sich wegschmeißen vor Lachen, dann steckt das schon an und hilft auch dem, der für die Lacher sorgt.

    Sie stehen seit über 20 Jahren auf der Bühne. Wie anstrengend ist es, an so vielen Tagen Paul zu sein?
    Ganz ehrlich, es ist oft für mich anstrengender, wenn ich nicht der Paul bin.

    Heute spielen Sie vor tausenden Fans. Gab es am Anfang Ihrer Karriere mal Abende, an denen Sie froh waren, dass überhaupt jemand kam?
    Ehrlich gesagt - nein. Da ich ursprünglich vom Radio komme, bin ich gleich auf recht hohem Niveau eingestiegen. Das ist natürlich toll, der Druck „abzuliefern“ ist aber auch höher.

    Was ist denn eigentlich der Ursprung von Paul Panzers Sprachfehler?
    Den hatte ich als Kind eine Weile und musste mir das „Wasser im Zahn“ wieder abtrainieren. Als der Paul dann entstand, da fiel mir dieser Umstand wieder ein.

    Ist es denkbar, dass irgendwann Paul dem Dieter Tappert weichen muss, wie beispielsweise bei Cindy aus Marzahn und Ilka Bessin?
    Das glaube ich nicht. Wer bin ich, den Paul einfach so zu ersetzen, nachdem er jetzt seit über 20 Jahren wie ein Bruder neben mir existiert (lacht). Interview: Comödie / A.H.