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    DJANGO ASÜL - Plauderei Teil 1: Über den Re-Start beim Kabarett, über Politik und Politiker

    "Mondäner als in Fürth und Volkach kann's nicht losgehen"

    Er hat zwar türkische Wurzeln, jedoch ist Django Asül ein waschechter Niederbayer. Und das sowas von. Hört man ihn reden, dann gibt es auch null Zweifel daran. Es wurde ihm ja auch am 19. April 1972 in die Wiege im Deggendorfer Krankenhaus gelegt, und nebenan in Markt Hengersberg hat er seitdem das Niederbayerische gehegt, gepflegt, zelebriert - und er lebt es auch. Die Konsequenz folgte: Auf Initiative von Erwin Huber, dem damaligen Staatsminister und Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, ist Django seit 2004 „Botschafter von Niederbayern“.

    Django hat also etwas aus seinem Leben gemacht. Erst das Abitur, dann bei der Sparkasse Deggendorf eine dreijährige Bankkaufmannslehre abgeschlossen, ist ausgebildeter Tennislehrer. Mittlerweile ist er ganz sicher der bekannteste Hengersberger überhaupt, und er ist zudem einer der anerkanntesten Kabarettisten, dem Bayern und auch Deutschland aktuell auf seinen Bühnen applaudiert. Doch nicht nur auf den Theater-Brettern heimst Django Erfolge und Lobe ein, auch das Fernsehen weiß seine Qualitäten zu schätzen. Es kommt nicht von ungefähr, dass der BR ihm mit "Asül für alle" (seit 2009) eine eigene Sendung geschenkt hat, dass er immer ein gern gesehener Gast ist in diversen Satire-Shows. Nicht zu vergessen: 2007 hielt Django die Fastenrede auf dem Münchner Nockherberg, und seit 2008 ist er Festredner im Staatlichen Hofbräuhaus beim traditionellen Maibockanstich.

    Es gibt immer viel zu tun für Django, und darum hält sich der bekennende FC Bayern München-Anhänger auch körperlich fit. Weniger mit dem runden Lederball, sondern oft mit der kleinen gelben Filzkugel. Ist Django doch ausgebildeter Tennislehrer und schon lange Mitglied beim TC Hengersberg, dem Django 2012 als Teil der "Herren 40"-Mannschaft zum Aufstieg in die Bayernliga verhalf. Django Asül ist also körperlich bestens gerüstet für seine Auftritte, und überhaupt stets auf den Punkt genau vorbereitet. Wie sonst auch kämen seine Programme zustande, die bestes Beispiel sind für gut durchdachtes Polit-Kabarett mit scharfsinnigen Analysen, hoher Pointendichte - eben Django Asül, Unterhaltung auf höchstem Niveau.

    Top vorbereitet, motiviert und guter Laune war der Kabarett-Star auch bei der Comödien-Plauderei. Hier Teil eins, Django Asül mit aktuellem Bezug zur Corona-Pandemie, zur Lage der Kabarett- und Comedian-Szene und über unsere Politiker. Django live: Samstag, 15. August im Sportpark Ronhof, und am Sonntag, 16. August in Volkach.

    Nach langer Zwangspause geht es langsam mit der Kabarett- und Comedy-Szene wieder los – wie hat Django Asül die Corona-Zeit bisher überstanden?
    Erholung, Entspannung, Sport, Lesen. Ansonsten habe ich natürlich geschaut, ob und wie ich den Leuten um mich herum bissl helfen kann, falls Corona da auf die eine oder andere Art zu großem Stress führt. Mir war eigentlich nie langweilig. Und ich bin fit.

    TV-Studios und große Theaterbühnen sind ihre künstlerische Heimat. Jetzt u.a. die Auftritte im Fürther Sportpark und im Rahmen des Volkacher Kabarett-Sommers – ist man in diesen Zeiten froh auch über Auftritte im eher bescheidenen Rahmen?
    Bescheiden? Das ist wohl eine Scherzfrage! Mondäner als in Fürth und Volkach kann es doch gar nicht los gehen. Der Fürther Sportpark ist seit Jahrzehnten bekannt für spektakuläre Unterhaltung. Und Volkach ist berühmt für seine Weinanbaugebiete. Volkach ist eigentlich Bayerns Antwort auf Bordeaux. Wer dort auftreten darf, darf sich auch zur Hochkultur zählen.

    Die Pandemie hat anfangs harte Maßnahmen erzwungen - zwei politische Entscheidungsträger haben sich dabei besonders profilieren wollen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und NRW-Boss Armin Laschet – wer hat gewonnen?
    Dieses Duell war von Anfang an ungleich, um nicht zu sagen unfair. Denn Laschet hat Tönnies mit seiner Fleischfabrik in seinem Bundesland. Da hätte Söder schon persönlich Urlaub in Ischgl machen müssen, um da mithalten zu können.

    Ein Bayer hat sich doch immer wieder besonders ins Rampenlicht geplappert – Staatsminister Hubert Aiwanger, der Ihnen und den Kollegen sicher eine verbale Vorlage nach der anderen geliefert hat...
    Hubsi Aiwanger muss ja irgendwie zusehen, dass Markus Söder ihn nicht komplett an die Wand spielt medial. Aber mit dem halben Hendl auf dem Teller und dem ganzen Hendl in freier Wildbahn hat Aiwanger schon gewisse Duftmarken gesetzt. Ganz zu schweigen vom Kauf der 90.000 Wischmopps. Aiwanger ist sehr engagiert, weil er immer noch damit rechnet, dass Söder irgendwann die Freien Wähler ernst nimmt.

    Und wie urteilen Sie über die tragende Rolle der Chefin während der Krise, wie hat sich Angela Merkel in dieser Männerrunde geschlagen?
    Die Kanzlerin ist relativ souverän abgetaucht am Anfang, weil Söder gleich die Pole Position übernommen hat. Sie ist ja eine, die die Dinge gern laufen lässt, bis sie kostentechnisch vollends an die Wand gefahren sind. So beispielsweise bei der Energiewende oder bei der Euro-Rettung. Nur hätte dieses Abwarten im Falle von Corona nicht nur noch mehr Geld, sondern auch viele Menschenleben gekostet. In solchen Fällen ist sie froh, wenn andere die Arbeit machen.

    Nach 15 Jahren im Amt hat es Frau Merkel geschafft – sie gibt das Amt der Bundeskanzlerin ab. Trägt Django Asül an diesem Tag Trauerflor? Oder gibt‘s in Hengersberg ein Jubel-Fest?
    Weder noch. Wir in Hengersberg sind da relativ autark. Bei uns hat es nie eine große Rolle gespielt, wer Bundeskanzler ist. Oder ob Deutschland überhaupt einen Kanzler hat. Wir haben eine Freiwillige Feuerwehr und einen Krieger- und Veteranenverein. Mehr politische Exekutive braucht kein Mensch. (Fotos: Dirk Beichert / Int.: M.R.)